Wie in meinen vielen erfolgreichen
Lesungen zuvor führte auch diese zu lebhaften Diskussionen. Wie
jedes Mal schöpfe ich noch mehr Mut und Kraft durch die positive
Zuneigung und Aufmerksamkeit meiner Zuhörer und Interessenten,
um mich weiterhin für die Rechte der türkischen Mädchen
einzusetzen. Wie immer hatte ich die Unterstützung der Presse vermisst,
wenn es sich um Frauenrechte handelt. Wie üblich auch hier das
mangelnde Interesse der türkischen Presse.
Durch meine Beobachtungen und Erfahrungen stellte ich erneut fest, dass
die Deutschen über die türkische Tradition, Kultur und Glauben
nicht ausreichend aufgeklärt sind. Geschweige dessen über
die Lebensweise der türkischen Frauen, welche sich hinter den geschlossenen
Türen - mitten in Deutschland - abspielt. Einige Zuhörer,
die mit ähnlichen Frauenschicksale wie meinem vertraut waren, äußerten
ihre Bedenken, den misshandelten und unterdrückten türkischen
Frauen in ihren Nachbarhäusern Hilfe zu leisten, da sie sich um
ihre eigene Sicherheit fürchteten.
Ich antwortete auf ihre Bedenken:
"Glauben Sie mir, auch ich fürchte mich vor den Schäden,
die meiner Familie und mir zugefügt werden könnten. Trotz
allem aber werde ich weiterhin für diese Frauen und Mädchen,
die ihre und meine Hilfe benötigen, kämpfen. Damit sie ihre
Benachteiligung in familiären und sozialen Bereichen nicht länger
akzeptieren und nicht mehr schutzlos unter ihrer Opferrolle leiden müssen."
Eine mir schon viele Male gestellte und dadurch
sehr vertraute Frage lautet:
"Was erwarten Sie von uns - ihren deutschen Mitbürgern?"
Meine Antwort:
"Öffnen Sie Ihre Augen, Ohren und Herz für diese Frauen
und Mädchen!"
Zum Schluss möchte ich mich sehr herzlich
bei meinen Lesern und Zuhörern für die offenen und engagierten
Diskussionen während der Chat-Termine im Netz und auf der Frankfurter
Buchmesse bedanken.
Serap Cileli