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Serap Cileli auf der Frankfurter Buchmesse 2000
 
 

 

Wie in meinen vielen erfolgreichen Lesungen zuvor führte auch diese zu lebhaften Diskussionen. Wie jedes Mal schöpfe ich noch mehr Mut und Kraft durch die positive Zuneigung und Aufmerksamkeit meiner Zuhörer und Interessenten, um mich weiterhin für die Rechte der türkischen Mädchen einzusetzen. Wie immer hatte ich die Unterstützung der Presse vermisst, wenn es sich um Frauenrechte handelt. Wie üblich auch hier das mangelnde Interesse der türkischen Presse.
Durch meine Beobachtungen und Erfahrungen stellte ich erneut fest, dass die Deutschen über die türkische Tradition, Kultur und Glauben nicht ausreichend aufgeklärt sind. Geschweige dessen über die Lebensweise der türkischen Frauen, welche sich hinter den geschlossenen Türen - mitten in Deutschland - abspielt. Einige Zuhörer, die mit ähnlichen Frauenschicksale wie meinem vertraut waren, äußerten ihre Bedenken, den misshandelten und unterdrückten türkischen Frauen in ihren Nachbarhäusern Hilfe zu leisten, da sie sich um ihre eigene Sicherheit fürchteten.

Ich antwortete auf ihre Bedenken:
"Glauben Sie mir, auch ich fürchte mich vor den Schäden, die meiner Familie und mir zugefügt werden könnten. Trotz allem aber werde ich weiterhin für diese Frauen und Mädchen, die ihre und meine Hilfe benötigen, kämpfen. Damit sie ihre Benachteiligung in familiären und sozialen Bereichen nicht länger akzeptieren und nicht mehr schutzlos unter ihrer Opferrolle leiden müssen."

Eine mir schon viele Male gestellte und dadurch sehr vertraute Frage lautet:
"Was erwarten Sie von uns - ihren deutschen Mitbürgern?"

Meine Antwort:
"Öffnen Sie Ihre Augen, Ohren und Herz für diese Frauen und Mädchen!"

Zum Schluss möchte ich mich sehr herzlich bei meinen Lesern und Zuhörern für die offenen und engagierten Diskussionen während der Chat-Termine im Netz und auf der Frankfurter Buchmesse bedanken.


Serap Cileli

 
 

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