Die türkische Gefahr?
von Hans-Peter Raddatz, 250 Seiten
, Herbig, September 2004, ISBN: 3776623926
Die Welt, 21.05.2005
Wer an einer Korrektur harmonisierender
Türkeibilder interessiert ist, findet dafür im jüngsten
Buch des Orientalisten Hans-Peter Raddatz reichlich Stoff.
Eine von Raddatz' Stärken ist die Langzeitperspektive. Damit nimmt
er bewusst eine Gegenposition zum "Momentismus" im "postmodernen"
Westen ein, zu jener kulturellen und politischen Blickverengung auf
die Gegenwart, die er zu Recht als eine der zentralen Schwächen
"westlichen" Selbstverständnisses begreift.
[...] Bereits für das Jahr 2015 wird die Zahl der Migrationswilligen
auf etwa zehn Millionen geschätzt, von denen sich der größte
Teil nach Deutschland wenden würde. Schon das macht schlaglichtartig
deutlich, dass sich die EU und Deutschland an der Aufnahme der Türkei
verheben könnten. Raddatz kulturhistorische und soziologische Analysen
schärfen [...] das Bewusstsein für diese Gefahr.
Kurzbeschreibung
Während Globalisierung und Zuwanderung den Sozialabbau
verstärken, sehen die Eurokraten - unter dem Druck der USA - die
Türkei bereits auf einem "unumkehrbaren Weg" nach Europa.
Am Beispiel Deutschlands zeigt der Autor, wie sich proislamische Kräfte
illegitime Macht aneignen und den EU-Beitritt der Türkei "von
oben" herbeiführen. Dabei scheint unerheblich, dass dieses
Land trotz diverser Ansätze zur Demokratisierung weiterhin von
ethnischen Konflikten, einem zunehmend radikalen Islam und Korruption
geprägt bleibt. Durch anhaltendes Bevölkerungswachstum exportiert
es Arbeitslosigkeit und Bildungsschwäche nach Europa, wo Deutschland
als Hauptfinanzier der EU zum politischen und sozialen Brennpunkt der
Zukunft werden könnte.
„Frauen aus der
Türkei kommen in die Bundesrepublik“
Zum Problem der Hausfrauisierung.
184 Seiten; Erscheinungsdatum: 1987; ISBN: 3885263076.
„Frauen zwischen
zwei Kulturen“
Frauen aus der Türkei in der Bundesrepublik Deutschland.98 Seiten;
Erscheinungsdatum: 1985; ISBN: 3817234821.
„Grenzüberschreitungen“
Remigration und Biographie - Frauen kehren zurück in die Türkei.
Von Beate Steinhilber; 530 Seiten; Erscheinungsdatum: 1994; ISBN: 3889396003.
„Das Vertraute
im Spiegel des Fremden“
Forschungsberichte aus einem Projekt mit Frauen aus der Türkei.
227 Seiten; Erscheinungsdatum: 1985; ISBN: 3884930222.
„Frauen und Sexualität
in der Türkei“
Rollenwandel und Sexualmoral in der ländlichen
und städtischen Türkei heute.
Von Lilo Schmitz; Taschenbuch; Erscheinungsdatum: 1985; ISBN: 3881299300.
„Frauen in Stadtallendorf“
Ergebnisse eines Forschungsprojektes.
(Reihe Curupiera Workshop)
Taschenbuch; Curupira/Philipps-Uni Marburg, 1996; 95 Seiten; ISBN: 3818502021.
„Junge türkische Frauen
der zweiten Generation in der Bundesrepublik Deutschland“
Von Silke Riesner; Iko- Verlag für
Interkulturelle Kommunikation,
1995; 197 Seiten; ISBN: 388939020X.
„Frauen in der Türkei.
Kadinlarimiz“
Von Beatrix Wiethold; Erscheinungsdatum: 1981; 246 Seiten; ISBN: 3923002041.
„Identitätsprobleme
und Rollenkonflikte türkischer Frauen und Mädchen“
Beratung - Sozialarbeit - Schule
126 Seiten; Erscheinungsdatum: 1988; ISBN: 3892811598.
“Der Schleier”
Schicksal eines indischen Mädchens.
Von Inger Brattström; Deutscher Taschenbuch Verlag, München,
1992; 93 Seiten;
ISBN: 3423780231.
Die vierzehnjährige
Shefika lebt mit ihrer Familie in Kaschmir. Als Mädchen geboren,
erwartet sie ein freudloses Leben in einer Gesellschaft, in der Frauen
keine Rechte besitzen. Doch Shefika setzt alles daran, diesem vorgezeichneten
Weg zu entkommen- gegen den Willen ihres strengen Vaters.
„Zerreiße den Schleier
der Ohnmacht“
Zwei ungekürzte Romane.
Von Behjat Moaali, Manuela Runge; Krüger, Frankfurt, 2003; 250 Seiten;
ISBN: 3810512850.
"Tara, stolze Schwester"
erzählt die Lebensgeschichten zweier Frauen aus dem Iran, wie sie
unterschiedlicher nicht sein können. Behjat Moaali wird als drittes
von neun Kindern eines wohlhabenden und ungewöhnlich liberalen
Fabrikbesitzers geboren. Sie studiert Rechtswissenschaften, eröffnet
eine Kanzlei in Teheran und setzt sich vor allem für die Rechte
iranischer Frauen ein. So lernt sie die fast gleichaltrige Tara kennen,
Tochter eines Schusters, in einem abgelegenen Bergdorf geboren und Analphabetin.
Taras Versuch weiblicher Selbstbestimmung - sie weigert sich, sich nach
dem Tod ihres ersten Mannes erneut verkuppeln zu lassen und wird aus
der Gemeinschaft der Dorffrauen ausgeschlossen - endet in einer Katastrophe.
Tara wird des Kindsmords angeklagt, Behjat Moaali ihre Pflichtverteidigerin.
Doch sie kämpft vergeblich gegen die islamistische Rechtsprechung:
Tara wird unter spektakulärem Medienrummel hingerichtet. Behjat
selbst gerät zusehends unter politischen Druck und muss aus Teheran
fliehen.