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Film - Tipps
 
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"Ehrensache"

Deutschland 1999, Regie: Dagmar Gellert
KFB empfohlen ab 14 Jahre
80 Minuten, Dokumentarfilm

"Was ist ein Türke auf einer Rolltreppe? Scheiße am laufenden Band!" Todernst erzählen türkische Jungen Witze von Deutschen, die ihre Würde mit Füßen treten. Sie wollen "nicht als Verlierer dastehen" und haben von Kindesbeinen an um sich geschlagen. Viele Strafanzeigen wegen Körperverletzung waren die Folge. Diese 15-18-jährigen Söhne von türkischen Fabrikarbeitern sitzen nicht nur kulturell zwischen den Stühlen, sie stehen auch persönlich auf der Kippe.
Über ein Jahr lang hat die Bremer Filmemacherin Dagmar Gellert eine mehrheitliche türkische Jugendclique aus der Lüssumer Heide in Bremen - Blumenthal und in Izmir mit der Kamera begleitet. Im Theaterprojekt "Romeo und Julia“, das vom Bremer Senat mitfinanziert wurde, versuchen professionelle Theatermacher, die gewalttätigen Energien der Clique in Kreativität umzuwandeln. Das Theater-Experiment gelingt: die Gewalt auf der Straße hört tatsächlich auf.
Doch danach folgen im Alltag neue Zerreißproben vor altem Hintergrund...

"Vor unserer türkischen Tradition ist das Wichtigste das mit der Ehre", sagen sie. Der Mann sei der Herr im Haus, und "die Jungfräulichkeit von der Tochter ist die Ehre von dem Vater". Wer die Familienehre beschmutze, werde per Selbstjustiz bestraft - und sei es mit dem Tod. Der traditionsfixierte Ehrencodex dient den türkischen Jungen als Rückrat bei der Mannwerdung uns als Krücke bei der Rechtfertigung von Gewalt.

Ab sofort ist dieser Film (VHS – Video) beim Landesverband Kinder- und Jugendfilm Berlin e.V. (Tel. 22 50 30 90, / E-Mail: WolframEnglert@aol.com) für 10,00 € am Tag zur nichtkommerziellen Vorführung abrufbar.

Link: http://www.jugendrechtshaus-kreuzberg.de/jrhxberg/jrhxberg_tagebuch.shtml


Zeit der Wünsche

Fernsehfilm, 2 x 90 Min., Regie: Rolf Schübel, Land /Jahr: D 2004, Drehorte: Oberhausen, Köln, München, Istanbul und Anatolien
„Zeit der Wünsche“ ist eine Produktion der FILMFABRIK Spiel- und Dokumentarfilmproduktion GmbH, Köln (Produzent: Kadir Sözen) in Koproduktion mit WDR und BR unterstützt von der Filmstiftung NRW und den "Film Fernsehe Fonds Bayern" (FFF) für Das Erste.

Inhalt: Melike, Mustafa und Kadir - drei Freunde aus Anatolien - genießen ihre Jugend auf dem Lande. Doch das Leben in dem kleinen türkischen Dorf ändert sich, als Deutschland in den 60erJahren verstärkt türkische Arbeitnehmer anwirbt. Auch Mustafa (Erhan Emre) und Kadir (Tim Seyfi) verlassen die Heimat, um in der Fremde Geld zu verdienen. Melike (Lale Yavas) bleibt zurück. Ihre Herzenswünsche - Mustafa, den sie sich seit längerem liebt, möge zurückkehren und sie heiraten - heftet sie an den Wunschbaum. Die Jahre vergehen. Mustafas Rückkehr bleibt aus. Die Familie drängt auf eine Heirat und so wird Melike die Frau von Yasar (Hilmi Sözer), einem der wenigen jungen Männer, die nicht nach Deutschland gegangen sind. Als Mustafa schließlich zurückkehrt, ist es zu spät. Am Wunschbaum verbrennen Melikes Wünsche. Verbittert geht Mustafa zurück nach Köln. In Deutschland werden inzwischen vor allem Gastarbeiterinnen gesucht und auch Melike entschließt sich, in die Fremde zu gehen. Nach fünf unglücklichen Ehejahren mit Yasar findet sie, trotz des harten Arbeitsalltags, bald Gefallen an ihrem neue Leben in Deutschland. In Köln trifft Melike nach Jahren den geliebten Mustafa. Beide finden endlich zueinander, und es entwickelt sich eine leidenschaftliche Liebesbeziehung. Als Yasar mit den beiden Kindern ebenfalls nach Deutschland kommt, sind die Konflikte vorprogrammiert.

Filmverleih: http://www.filmfabrik.net/html/kino.htm


1) Wenn der Vater zum Feind wird

Zwangsehe und Ehrenmord in Deutschland
Junge Ausländerinnen auf der Flucht vor Familienzwängen
Sie heißen Serap, Ayse oder Günay, kommen aus der Türkei, Algerien oder dem Kosovo und sind auf der Flucht vor ihrer Familie. Sie sind 16, 17 Jahre alt, manchmal auch erst 12 oder 13, also noch halbe Kinder, aber sie sollen verheiratet werden - an den Cousin oder einen Mann aus ihrem Heimatdorf. Die Heirat wird, gegen Zahlung von Brautgeld, von den Eltern organisiert. Krumm von Prügeln und in Todesangst haben sie sich in Frauenhäuser oder vom Jugendamt angemietete Wohnungen geflüchtet.
Eine erschütternde Reportage zu einem brisanten gesellschaftspolitischen Thema.
Eine Reportage von Rita Knobel- Ulrich, NDR - 2004, 30 Min.

2) Türkische Hochzeitsreisende -Familienehre vor Liebe?

Der Film begleitet zwei in Deutschland lebende Türkinnen, die nur knapp einer Zwangsverheiratung entgehen konnten. Die Normen und Werte, die sich manche türkische Einwanderer hierzulande über 40 Jahre konserviert haben, gelten in der heutigen Türkei schon lange nicht mehr.
Etwa 30.000 junge Türkinnen und Türken reisen jedes Jahr nach Deutschland, um hier zu heiraten. Die Ehen werden nicht selten von den Familien arrangiert, wenn nicht sogar erzwungen. Mit dem Islam hat das nichts zu tun, wohl aber mit dörflicher Tradition und auch mit Geld.
Dokumentation von Susanne Babila, SWR 2004, 45 Min.
(Juliane Bartel Preis)

 

3) SCHICKSALE ISLAMISCHER FRAUEN IN DEUTSCHLAND

„Tausend Euro für die Ehre“
Die Sendung „Frau TV“ widmet sich in dieser Sendung den Schicksalen und Lebenswelten junger islamischer Frauen in Deutschland.
"Die Ehre des Mannes liegt in der Vagina der Frau", sagt die Buchautorin Serap Cileli. Das hat für islamische Mädchen und Frauen weit reichende Folgen. Denn mit dem Jungfernhäutchen steht und fällt die Chance, sie ehrenhaft zu verheiraten. Deswegen werden selbst in Deutschland schon kleine Mädchen mit 11 oder 12 Jahren zwangsweise verlobt oder im Rahmen einer religiösen Zeremonie verheiratet. Verstoßen junge Frauen gegen diesen Ehrenkodex und haben vorehelichen Sex, droht ihnen Prügel und Hausarrest. Obendrein werden sie gezwungen, sich beim Gynäkologen das Jungfernhäutchen reparieren zu lassen. Der Preis für die Ehrenrettung: 1.000 Euro.“

Themen:
* Zwangsheirat in Deutschland
* Ehrenmorde
* Zweitfrauen

Autorin: Dr. Anke Wolf-Graaf, WDR 2004, 30 Min.

Die drei Dokumentarfilme informieren über aktuelle Themen „Zwangsheirat und Ehrenmorde“ sowie konfliktträchtiger Situationen in Migrantenfamilien und regen zu Diskussionen an.


Büyük Adam Küçük Ask „Hejar „ / Großer Mann, kleine Liebe
Von Handan Ipekci, Türkei 2001, Original mit deutschen Untertiteln, 120 Minuten, mit: Sükran Güngör, Dilan Erçetin, Füsun Demirel, Yildiz Kenter, Ismail Hakki sen

Der Preis für das beste Drehbuch ging an die Türkei für "Hejar - Großer Mann, kleine Liebe". Einem pensionierten türkischen Richter läuft nach einer blutigen Polizeirazzia ein fünfjähriges Mädchen zu. Das Kind steht völlig unter Schock. Er schließt sie sofort ins Herz, merkt aber erst spät, dass sie nicht einmal türkisch spricht. Sie ist Kurdin. Wie der ehemalige Vertreter der türkischen Herrschaft und ein rebellisches Kurdenkind lernen, miteinander zu Recht zu kommen, davon erzählt der herzerwärmende Film der türkischen Regisseurin Handan Ipekci, die selbst das Drehbuch geschrieben hat.


itiraf / Das Bekenntnis
Von Zeki Demirkubuz, Türkei 2001, Original Untertitel, 90 Minuten, mit : Taner Birsel, Basak Köklükaya, iskender Altin, Miraç Erdonat, Gülgün Kutlu

Harun glaubt, dass seine Frau ihn betrügt. Als er sie daraufhin anspricht, beginnt eine lange Nacht des "Verhörs" mit verzweifelten Bitten, Gewalt, Tränen und Schreien. Der Morgen bricht an:
Harun erfährt die Wahrheit, aber eine, mit der er überhaupt nicht gerechnet hat


Otobüs / Der Bus
Von Tunc Okan, Türkei/Schweden, Original mit deutschen Untertiteln, 1974,
90 Minuten, mit: Tunçel Kurtiz, Tunç Okan, Björn Gedda, Onur Arlas, Aras Ören

Neun türkische Arbeiter kommen in einem Bus illegal nach Stockholm. Der Fahrer verschwindet mit ihrem Geld und den Pässen. Die Männer haben zuerst Angst davor, den Bus zu verlassen. In der Nacht wagen sie sich in die Straßen von Stockholm. Der Kampf um die Existenz gewinnt an Schärfe. Ein Klassiker des türkischen Kinos. Dieser Film wird für die Diskussionsrunde „Wieweit kann der Mensch sein?" zusammen mit dem Film „Die innere Sicherheit" vorgestell


Günlük Yasam / Alltag
Von Neco Celik, Deutschland 2002, Originalfassung, 90 Minuten, mit: Florian Panzner, Neelesha BaVora, Erhan Emre, Andreas Günther, Kida Ramadan

Veits Alltag spielt an einer Straßenkreuzung in Berlin-Kreuzberg. Er hasst die Vollreinigung, die er mit seinen Geschwistern betreibt. Augen hat er nur für Aliya. Eigentlich will aber Cabbar sie heiraten, sobald er Boss eines Wettbüros wird. Veit weiß, dass er sein Leben grundlegend ändern muss. Uraufgeführt wurde „Alltag" auf den Internationalen Hofer Filmtagen im Oktober 2002


Gelin / Die Braut
Von Lütfü Ö. Akad, Türkei 1997, Originalfassung 1973, mit: Hülya Koçyigit, Kerem Yilmazer


Uçurtmayi vurmasinlar / Lasst den Drachen fliegen
Von Tunc Basaran, Türkei, 90’, Originalfassung 1989, mit: Nur Sürer, Ozan Bilen, Rozet Hubes


Yol / Der Weg
Regie: Serif Gören, Buch: Yilmaz Güney, Türkei 1982, 111 Minuten, mit: Tarik Akan, Serif Sezer, Halil Ergün


Aufbrüche
Von Hartmut Horst, Deutschland 1987, 79 Minuten,

Der Spielfilm blendet sich ein in die Normalität eines türkischen Alltags in
Deutschland. Bei länger hier ansässigen Familien gehört auch die Zuspitzung der Konflikte zwischen zwei Kulturen untrennbar zu ihm. Für Deutsche scheint es demzufolge nur noch logische Konsequenz zu sein, wenn die 17-jährige Esma von zu Hause durchbrennt. Sie begreifen diesen Akt - vielleicht zu schnell - als einen der Emanzipation. Für Esma gestalten sich die Dinge schwieriger


40 QM DEUTSCHLAND
Von Tevfik Basar, Deutsch 1985, Spielfilm, 77 Minuten, mit: Ozay Fecht (Turna), Yaman Okay (Dursun), Demir Gökgöl, Mustafa Gülpimar

Der Gastarbeiter Dursun hat seine Frau Turna aus ihrem kleinen türkischen Dorf nach Deutschland geholt. Ihr neues Zuhause ist eine kleine, dunkle Hamburger Hinterhofwohnung. Turna ist neugierig auf ihre neue Heimat, doch Dursun schließt sie in die Wohnung ein, verbietet ihr den Kontakt mit der Außenwelt. Er ist nicht absichtlich grausam, aber er versteht die Lebensweise der Deutschen nicht, hält sie für unmoralisch und verdorben. Turna, vollständig isoliert, flüchtet sich immer mehr in ihre Traumwelt. Schließlich kommt es zur Katastrophe..


Bolokoli - Mädchenbeschneidung in Mali
Von Rita Eiben, BM für wirtschaftliche Zusammenarbeit, Deutschland 2000, Laufzeit: 30 Minuten

130 Millionen Frauen weltweit leiden unter den Folgen des jahrhundertealten Rituals der Beschneidung. In Mali sind 94 % der Frauen verstümmelt. Doch es regt sich Widerstand. Zahlreiche Frauen haben sich zusammengeschlossen, um über die schwerwiegenden gesundheitlichen und psychischen Auswirkungen der Beschneidung aufzuklären


 
 

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