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Schickel: Ein Scheitern der Integration können wir uns nicht leisten

"Die Feststellung der türkischen Autorin Serap Cileli, die Integration sei gescheitert, ist eine Herausforderung für alle demokratischen Kräfte", erklärt der integrationspolitische Sprecher der Rathaus- SPD, Peter Schickel. „Seit Jahren sind wir in Wiesbaden darum bemüht, für Menschen verschiedenartiger Herkunft und Tradition ein Klima der Toleranz und der gegenseitigen Achtung zu entwickeln." Folge man der Autorin, so müsse man zu dem Ergebnis kommen, dass dieses Bemühen an bestimmten muslimischen Machos spurlos vorbei gegangen sei. Schickel stellt unmissverständlich fest, dass Angstdruck und Zwangsverheiratung für eine demokratische Gemeinschaft nicht hinnehmbar seien. Er appelliert an die muslimischen Gemeinden und an die türkischen Familien mit demokratischer Gesinnung, solchen Bestrebungen und den dahinter stehenden Überzeugungen mit aller Entschiedenheit entgegen zu treten. „Wer die Freiheit einer demokratischen Gesellschaft wie selbstverständlich genießt, von dem können wir erwarten, dass er sich für die Grundrechte unserer Verfassung aktiv einsetzt“, so der SPD-Politiker. Kritik an überkommenen Traditionen habe mit Ausländerfeindlichkeit nicht das Geringste zu tun.

Integration sei ein Prozess auf Gegenseitigkeit. Deshalb müsse offenbar im Rahmen der laufenden Programme der Sprachförderung und des Schulunterrichts mehr Aufklärungsarbeit geleistet werden. Dafür werde sich die SPD einsetzen. Auch im Bürgerausschuss müsse das Problem thematisiert und nach Lösungsansätzen gesucht werden, so Schickel abschließend.

Eine Presserklärung der SPD Stadverordnetenfraktion Wiesbaden, erstellt am 12.07.2005.


CDU-CSU-Gruppe im Europäischen Parlament / Pressemeldung, 16. März 2005

Angelika Niebler (EVP-ED/CSU) und Doris Pack (EVP-ED/CDU):
Rechte der Frau in der Türkei: Große Defizite bei der Umsetzung bestehen fort

Ein eher zwiespältiges Fazit haben die EVP-Europaabgeordneten Angelika Niebler (CSU) und Doris Pack (CDU) nach der heutigen Anhörung im Frauenausschuss des Europäischen Parlament über die Rolle der Frau in der Türkei gezogen. So sei es zwar grundsätzlich richtig, dass die Türkei vor allem in jüngster Zeit erhebliche Anstrengungen unternommen habe, um zumindest die rechtliche Gleichstellung der Frau durch eine Vielzahl von Gesetzesänderungen endlich zu gewährleisten. Andererseits habe selbst die anwesende türkische Ministerin für Gleichstellungsfragen und einzige weibliche Vertreterin im Kabinett Erdogan, Güldal Aksit, in ihrem Referat eingeräumt, dass zwischen rechtlicher Theorie und gesellschaftlicher Praxis noch erhebliche Lücken klaffen.
Noch immer prägten jedoch die bestehenden patriarchalischen Familienstrukturen das Bild in der Türkei mit der Folge, dass die gesellschaftliche Stellung der Frau dort nach wie vor schockierend gering sei, erklärten Angelika Niebler und Doris Pack. Dies sei im Referat der türkischen Frauenrechtlerin Serap Cileli erneut sehr deutlich geworden, das sich geradezu wie ein Auszug aus einem Horrorkatalog lese: Demnach seien so genannte 'Ehrenmorde', Zwangsverheiratungen, Polygamie, Kopfgeld, Mädchentausch, Jungfräulichkeitstests usw. noch immer eher die Regel als die Ausnahme und dies nicht nur in der Türkei selbst, sondern auch bei den im Ausland lebenden Türken. Das habe der jüngste 'Ehrenmord' in Berlin gerade erst kürzlich wieder drastisch gezeigt, der von türkischen Jugendlichen zum Teil aus der dritten Zuwanderergeneration sogar noch verteidigt worden war.
"Gemessen an europäischen Maßstäben wird der jetzt angegangene Mentalitätswandel in der Türkei und in den türkischen Zuwanderergruppen noch mindestens eine Generation dauern. Unsere Aufgabe wird es dabei sein, diesen gesellschaftlichen Wandel mit allen zur Verfügung stehenden Kräften zu fördern und zu unterstützen. Dies bedeutet aber zugleich, dass die Türkei auf absehbare Zeit nicht beitrittsfähig ist", betonten Angelika Niebler und Doris Pack abschließend.

Link: http://www.cdu-csu-ep.de/presse


Newsletter 245/2005, 11.07.2005

ANHÖRUNG KOPFTUCHGESETZ

CHRISTIAN BALDAUF / ERHARD LELLE:
AN UNSEREN SCHULEN IST KEIN
PLATZ FÜR PSEUDOLIBERALITÄT

„Staatliche Schulen müssen frei sein von erziehungsfeindlichen Symbolen. Beim Kopftuch geht es um mehr als um ein bloßes Stück Kleidung.“ Diese Position vertraten insbesondere die Sachverständigen Necla Kelek und Serap Cileli als authentische Vertreterinnen muslimischen Glaubens heute in einer Anhörung des Bildungs- und Rechtsausschusses des Landtages Rheinland-Pfalz. Eine falsche Liberalität, so die Experten, unterstütze den Trend der Reislamisierung und begünstigt die Bildung von Parallelgesellschaften.
Erhard Lelle, stellvertretender Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion, und Christian Baldauf, rechtspolitischer Sprecher: „Es muss uns zu denken geben, dass in einem Land wie der Türkei, die zu 99 Prozent von Moslems bewohnt ist, Kopftücher an Schulen weder von Lehrerinnen noch von Schülerinnen getragen werden dürfen. Dass das bei uns erlaubt sein soll, versteht kein Mensch.“
„Wir müssen endlich den Mut aufbringen“, fordert Baldauf, „gegen eine falsch verstandene Pseudoliberalität vorzugehen. Wer Beamtin werden will und an Schulen unsere Kinder im Sinne unserer Verfassung ausbilden soll, muss auf ein Kopftuch verzichten. Da darf es nicht einmal den Anschein einer Haltung geben, die z.B. die Ungleichberechtigung von Frauen fördert.“
Erhard Lelle: „Wir müssen selbstbewusst für unsere Werte eintreten. Von unserer Verfassung dürfen wir nicht abrücken, gerade nicht aus falsch verstandener Toleranz, die ideologisch untermauert ist.“
Auch aus juristischer Sicht wird die Regelung des Gesetzentwurfs von den Mainzer Professoren Dr. Friedhelm Hufen und Dr. Dieter Dörr als verfassungsgemäß beurteilt. Der von der Landesregierung und den Fraktionen SPD, FDP und Grünen befürworteten Einzelfalllösung erteilten die renommierten Juristen eine klare Absage. Das Bundesverfassungsgericht habe eindeutig festgestellt, dass ein Verbot des Kopftuchtragens nur mit einer gesetzlichen Regelung zulässig ist
.


„Bekannte Buchautorin Serap Cileli und ZDF im Bad Königer Jugend Treff“

Das ZDF dokumentierte die Veranstaltung und sendet sie Ende März aus.

Link: http://www.badkoenig.de/jugendtreff

Link: http://www.region-odenwaldkreis.de


Spiegel Online- English Site- 02. März.2005

THE DEATH OF A MUSLIM WOMAN

"The Whore Lived Like a German"

By Jody K. Biehl in Berlin

In the past four months, six Muslim women living in Berlin have been brutally murdered by family members. Their crime? Trying to break free and live Western lifestyles. Within their communities, the killers are revered as heroes for preserving their family dignity. How can such a horrific and shockingly archaic practice be flourishing in the heart of Europe? The deaths have sparked momentary outrage, but will they change the grim reality for Muslim women?

Link: http://service.spiegel.de/cache/international


Raumzeit (Monatszeitung aus Nürnberg, Fürth, Erlangen) - 14.03.2005

Von Maike Dimar

„Wie viele Frauen müssen noch sterben, bis die Menschen und die Politiker hier in Deutschland aufstehen?“
Interview mit der Buchautorin Serap Cileli über „Ehrenmorde“ und Zwangsheiraten

Hatun Sürücü wurde Anfang Februar in Berlin durch Kopfschüsse getötet. Der Verdacht fiel schnell auf ihre drei Brüder. Die Indizien deuten auf einen „Ehrenmord“ hin.

Link: http://www.raumzeit-online.de


Selbstbewusste Frauen, nicht nur Opfer

WDR-Symposium diskutierte Rolle der Musliminnen am 08.03.2005 in Köln

Von Schiwa Schlei

"Die Zwangsehe muss unter Strafe gestellt werden"

Ein Gespräch mit der Buch-Autorin Serap Cileli

Unter dem Titel "Wir sind Eure Töchter, nicht Eure Ehre" hat Serap Cileli ihre eigene Geschichte der Zwangsehe veröffentlicht - ihren langen Kampf bis hin zur Flucht aus der Familie. Ein Gespräch über die aktuelle Diskussion.

wdr.de: Frau Cileli, Sie haben bereits 1999 ein Buch veröffentlicht, dass gerade jetzt sehr aktuell ist. Erläutern Sie uns kurz, worüber es handelt?

Serap Cileli: Mein Buch erzählt die Geschichte meiner Zwangsheirat. Es geht um kulturelle Hintergründe in Migrantenfamilien, um die Frage: Wie werden die türkischen Mädchen erzogen? Welche Verbote und Regeln werden ihnen auferlegt? Ich erzähle über das Prinzip der vier Wände, in denen sie gefangen sind: Verbote, Ehre, Sünde und Schande.

wdr.de: ... mit welchem Ziel?

Serap Cileli: Ich wollte mit meiner Geschichte die Öffentlichkeit aufwecken und den Leidensgenossinnen ein bisschen Mut zusprechen, damit sie merken, dass sie all das nicht erdulden müssen.

wdr.de: Nun könnte man Ihnen vorwerfen, dass Sie mit ihrer Geschichte nicht gerade die Integration fördern. Denn nicht jede Türkin wird zwangsverheiratet ...

Serap Cileli: Ich werde oft beschimpft und sogar bedroht, weil ich die Menschenrechtsverletzungen in türkischen Familien öffentlich kritisiere. Als gebürtige Türkin hat man mich schon eine Vaterlandsverräterin genannt, auch wirft man mir Ausländerfeindlichkeit vor. Ich sehe natürlich die Gefahr, dass gerade die Menschen, die gegen Ausländer sind, in ihren Vorurteilen bestärkt werden. Doch: Wir sind erwachsene und vernünftige Menschen, wir müssen differenzieren und die Probleme beim Namen nennen dürfen. Deswegen müssen wir offen und ehrlich nach Lösungen suchen, ohne uns einzuschränken.

wdr.de: Was müsste sich Ihrer Meinung nach ändern?

Serap Cileli: Die Zwangsehe muss unter Strafe gestellt werden, das ist sehr wichtig. Und es ist genauso wichtig, dass die Ehrenmörder in deutschen Gerichten keine Strafmilderung erhalten. Wir brauchen mehr Aufklärungs- und Präventionsarbeit - beispielsweise in den Schulen. Wir müssen die türkischen Frauen, aber auch Männer erreichen und sie über diese Menschenrechtsverletzungen aufklären.

wdr.de: Was wünschen Sie sich zum Weltfrauentag?

Serap Cileli: Jedes Jahr lese ich am 8. März Schreckensmeldungen in den türkischen Zeitungen. Ich wünsche mir, dass dieser Tag endlich ein Feier- und nicht länger ein Trauertag ist, dass wir feiern könnten. Nach wie vor sind türkisch-muslimische Frauen unterdrückter als die westlichen. Ich wünsche mir, dass sich das irgendwann ändert.

Das Gespräch führte Schiwa Schlei.

Link: http://www.wdr.de/themen/politik


Deutschlands wahre Patrioten

Muslimische Frauenrechtlerinnen avancieren zu Medienstars. Sie lehren die Deutschen Stolz auf das Grundgesetz und liberale Werte

Ein halbes Dutzend Frauenrechtlerinnen türkischer, kurdischer oder albanischer Abstammung tingelt seither durch Talk-Shows, schreibt in Zeitungen, veröffentlicht Bestsellerbücher über die Leiden muslimischer Frauen und sitzt jeden Tag irgendwo in der Republik auf einem Podium.
Ihre Botschaft ist stets gleich: Zerstört die Tabus politischer Korrektheit, wenn es um Zuwanderer geht. Schonungsloser als sie hat noch niemand ausgesprochen, daß Frauen in Teilen der muslimischen, meist türkischen Parallelgesellschaft erniedrigt und ihrer Menschenrechte beraubt werden.
In ihren Rundumschlägen greifen sie aber auch "die naiven deutschen Zuwanderungsfreunde" scharf an. Die Deutschtürkin Serap Cileli beispielsweise wirft vielen Deutschen vor, sie ignorierten "vor lauter Ausländerliebe manchmal, daß einige kulturelle Eigenarten der Zuwanderer schlicht menschenverachtend" seien.
Um als weltoffen zu gelten, hätten viele alteingesessene Bürger darauf verzichtet, die Verfassung und ihre Werte auch im Migrantenmilieu durchzusetzen. Bisweilen hätten sie sogar lieber weggeguckt, wenn das Gesicht der türkischen Nachbarin verbeult war. Solche Anblicke hätten den Wunsch nach interkultureller Harmonie zu sehr gestört.

WAMS./ 13. März 2005

Link: http://www.wams.de/data


Realitäten des Multikulturalismus

Die Redaktion vom 25. März 2005

Das zeigt sich deutlich in den aktuellen Auseinandersetzungen zwischen neokonservativen, meist männlichen Traditionsbewahrern türkischer Herkunft und Frauenrechtlerinnen wie Necla Kelek, Seyran Ates oder Serap Cileli. In solchen Konflikten Partei zu ergreifen für jene MigrantInnen, die emanzipatorische Ziele vertreten, und gegen jene, die ihre Umsetzung verhindern, ist nicht nur legitim, sondern notwendig. Unter einer Bedingung: Diese Parteinahme muss einhergehen mit dem kompromisslosen Einsatz gegen rassistische Sondergesetze, Abschiebungen und dergleichen.
"Nur gemeinsam werden wir eine Gesellschaft schaffen, in der man ohne Angst verschieden sein kann" - was Adorno 1944 in seinen Minima Moralia formulierte, hat nichts an Aktualität verloren. Gerade weil sich diese Aufforderung unterschiedslos an alle richtet.

Link: http://www.iz3w.org/iz3w/Ausgaben/284/LP_s21.html


07.12.2004 / ai-Journal 2004,12
Schwerpunkt: Die Türkei und die Menschenrechte: Atatürks Erben

Interview mit Serap Cileli

GEGEN IHREN WILLEN
Zwangsverheiratung wird auch in Deutschland praktiziert

Link: http://files.institut-fuer-menschenrechte.de/491/Current_Contents_07.12.04.htm


Zeitschrift bestellen:

Deutsches Institut für Menschenrechte
Bibliothek
Zimmerstr. 26/27
10969 Berlin
Tel. 030-259 359-10
Email: bibliothek@institut-fuer-menschenrechte.de


Das weibliche Gesicht Asiens

Portraits: Serap Cileli - Aung San Suu Kyi - Zarghuna & Soraja

Link: http://www.mathilde-frauenzeitung.de/01inhalt_mh70.html


Tausend Euro für die Ehre - Schicksale islamischer Frauen in Deutschland

"Die Ehre des Mannes liegt in der Vagina der Frau", sagt die Buchautorin Serap Cileli. Das hat für islamische Mädchen und Frauen weit reichende Folgen. Denn mit dem Jungfernhäutchen steht und fällt die Chance, sie ehrenhaft zu verheiraten. Deswegen werden selbst in Deutschland schon kleine Mädchen mit 11 oder 12 Jahren zwangsweise verlobt oder im Rahmen einer religiösen Zeremonie verheiratet. Verstoßen junge Frauen gegen diesen Ehrenkodex und haben vorehelichen Sex, droht ihnen Prügel und Hausarrest. Obendrein werden sie gezwungen, sich beim Gynäkologen das Jungfernhäutchen reparieren zu lassen. Der Preis für die Ehrenrettung: 1.000 Euro.

Link: http://www.wdr.de/tv/frautv/archiv2004/f061004.phtml


“Schreiben als Therapie gegen die Seelenfolter“

Serap Cileli wurde zwangsverheiratet in der Türkei und mobilisiert
nun die Öffentlichkeit/Lesung im Rahmen von „Frauenkulturen“.

Aktuelle Nachrichten aus dem Rems-Murr-Gebiet

Link: http://www.zvw.de/aktuell/2003/03/20/0661042000_07703.htm


ProFF
Serap Cileli Webseite gegen die Zwangsheirat.
Terre des Femmes Gemeinnützige Menschenrechtsorganisation.
Link: http://www.ewh-halle.de/projekte/frauen.htm


Uni Frankfurt
2001.Serap Cileli: Wir sind eure Töchter, nicht eure Ehre.
Link: www.uni-frankfurt.de


Frauen auf Draht
www.serap-cileli.de. Diese Website ist allen Frauen gewidmet, die an den
Folgen der Zwangsheirat starben oder sie noch ertragen.
Link: www.frauen-auf-draht.de/links/projekte


Funkhaus Europa
Cileli, Serap: "Wir sind Eure Töchter, nicht Eure Ehre"
Link: www.wdr5.de/funkhauseuropa


 
 
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