MEIER in Local Village -
Ausgabe 11/ 2000 - Seite
34
Ehrensache:
Die türkische Autorin Serap Cileli, die in ihrem erfolgreichen
Buch Wir sind Eure Töchter, nicht Eure Ehre über ihre Zwangsheirat
in der Türkei, ihre Flucht ins Frauenhaus Erbach und ihr Leben
unter der Todesdrohung ihres Vaters berichtet, hat nun eine Internetseite
zu Buch und Film Serap`s Ehre als Forum im Netz: www.serap-cileli.de
30. 12. 2000
/ Die Rheinpfalz
„ Mein Buch soll türkischen
Frauen Mut machen“
Die viele Jahre in Neustadt lebende Autorin hat sich ihre Wut und Verbitterung
von der Seele geschrieben.
Gegenüber: Serap Cileli / Von Waltraud
Werdelis
In der Tat rechnet Serap Cileli recht energisch mit der männlichen
Herrschaft türkischer Väter und dem Schweigen ihrer unterdrückten
Frauen ab. „Ich bin nur ein Beispiel für zahllose türkische
Frauen“, sagt sie. „Ihnen will ich mit meinem Buch und meinen
Lesungen Mut machen“. An die Zeit in Neustadt, wo die Eltern immer
noch leben, aber keinen Kontakt zu ihr wollen, denkt Serap Cileli mit
gemischten Gefühlen. Für die Dreharbeiten dorthin zurückzukehren,
sei beklemmend, aber auch befreiend gewesen. Hier hat sie viel Wegschauen
erlebt, aber auch Unterstützung. Auf dem Hintergrund der Leitkultur-
Diskussion will die Autorin keine neuen Vorurteile schüren. Aber
in dem Wissen, dass im Namen der Ehre viele türkische Mädchen
und Frauen gerade hier in Deutschland unter dem Patriarchat ihrer Väter,
Brüder und Ehemänner leiden, plädiert sie „für
eine Integrationspolitik, die genau hinschaut auf die kulturellen Unterschiede“.
28.09.2000
/ Darmstädter Echo
Ein besseres Miteinander
Lesungen kommen bei Berufsschülern gut an
Michelstadt (kn): Wie der Verein (der Förderverein
der Beruflichen Schulen in Michelstadt) in einer Pressenotiz mitteilte,
gab es in den vergangenen Monaten mehrere Lesungen mit Serap Cileli
in verschiedenen Klassen. Besonders in den Klassen der Hauswirtschaftlichen
Abteilung, in denen viele türkische Schülerinnen sowie junge
Menschen anderer Nationalitäten sitzen, hätten diese Lesungen
„in erheblichem Maß zur Verständigung zwischen deutschen
und türkischen Jugendlichen beigetragen“. An derartigen Aktionen
wollen Förderverein und Schulleitung festhalten: Sie seien hervorragend
geeignet, Verständnis und die Bereitschaft zur fördern, füreinander
einzutreten.
12. 09. 2000
/ Darmstädter Echo
Lebensgeschichte, die berührt
Berichte der Türkin Serap Cileli finden verstärkt Verbreitung
ODENWALDKREIS (kn): Der Lebenslauf von
Serap Cileli, einer in Deutschland aufgewachsenen Türkin, die aus
den Zwängen ihrer Familie mit Zwangsheirat ins Erbacher Frauenhaus
geflüchtet ist, lässt niemanden unberührt.
11.09.
2000 / Odenwälder Heimatzeitung
Eine Lebensgeschichte, die
Interesse herausfordert
Serap Cilelis Berichte vielfach präsent/ Auch bei der Buchmesse
in Frankfurt vertreten.
Odenwaldkreis (kn): Wie Bosse schreibt,
suchen immer mehr Leserinnen und Leser den direkten Erfahrungsbericht
Cilelis. Die Autorin ist auch nach dem Ende der Sommerferien wieder
zu zahlreichen Lesungen und Diskussionen in Schulen und zu anderen Institutionen
gebeten worden. Der Film über ihr Schicksal der jüngst mit
gutem Erfolg im Fernseh- Dokumentationskanal Phoenix wiederholt wurde,
wird in diesem Herbst auch noch im öffentlich- rechtlichen Programm
3 SAT, am 02. Oktober 2000, ausgestrahlt.
Artikel erschien auch in der Darmstädter Echo am 09.09.2000