18. 03. 2005
/ Kölner Stadt-Anzeiger
Türkische Autorinnen begehren
gegen arrangierte Ehen auf
Von Astrid Wirtz
Der Fall der Hatin Sürücü
hat es in tragischer Weise einer breiten Öffentlichkeit bewusst
werden lassen: Die 16-jährige Berliner Türkin war gegen ihren
Willen mit einem Cousin in Istanbul verheiratet worden. Als sie diesen
verließ, um in Deutschland ein selbstbestimmtes Leben zu führen,
wurde sie dafür mutmaßlich von den eigenen Brüdern getötet.
Dass eine Zwangsheirat derart tragisch endet, ist immer noch die, wenn
auch sich häufende, Ausnahme. Die von den Eltern arrangierte Ehe
allerdings, die nicht selten zur Zwangsheirat wird, ist unter Deutschlands
Türken noch alltäglich. Eine Tatsache, die seit Jahren bekannt
ist. Und doch gibt es kaum nähere Erkenntnisse.
Seit der neuen Aufmerksamkeit für den Islam, seit Filmen wie „Gegen
die Wand“ und vor allem mit den viel beachteten Büchern von
zwei Türkinnen, Necla Kelek und Serap Cileli, erlangte das Thema
nun auch aus betroffener Sicht die nötige Beachtung.
Denn in einer Familienstudie des Jahres 2003 gab jede zweite befragte
türkische Frau an, sich ihren meist aus der alten Heimat stammenden
Ehemann nicht selbst gewählt zu haben. Jede vierte kannte ihn vor
der Ehe nicht. Und zwölf von den 150 befragten Frauen fühlten
sich zur Ehe gezwungen. Drei von vier Frauen waren allerdings mit der
Wahl ihrer Eltern einverstanden, zitiert Necla Kelek. Das bedeutet:
Wahrlich nicht jede arrangierte Ehe wird unter Zwang geschlossen. Oft
stimmen die Mädchen oder Jungen nach anfänglichem Widerstand
zu, weil es die Tradition so will und die Bindungen an die Eltern stärker
sind als der Wille zu einer individuellen Lebensführung und Selbstbehauptung.
Doch nicht selten, sagt Serap Cileli, wird den oft erst 15- oder 16-jährigen
Mädchen der Zwangscharakter ihrer Ehe erst später bewusst.
Die Bedeutung der Frau als Trägerin der Familienehre, was durch
deren Keuschheit unter Beweis gestellt werden muss, ist für viele
immer noch unumstößlich. Sie ist deshalb auch für die
Eltern von Töchtern der Grund, die eigenen Mädchen so früh
wie möglich, zum Beispiel in den Ferien, in die Türkei zu
bringen und dort zu verheiraten, schreibt Necla Kelek. Dabei bleibt
wohl jede zweite Braut in der erweiterten Familie, hat Serap Cileli
festgestellt, um die Familienbande zu festigen und die Kontrolle zu
gewährleisten. Nach dem türkischen Sprichwort: „Selbst
gemachter Joghurt ist bekömmlicher.“
Dass vielleicht die Hälfte der türkischen Eltern in Deutschland
heute solch patriarchalisches Ansinnen längst nicht mehr stellt
oder nie gestellt hat, darf nicht übersehen werden. Lange Zeit
haben sie aber auch versäumt, die rückständigen Traditionen
anzuprangern. Diese zu bekämpfen muss aber im Vordergrund stehen.
Dass ihr Engagement und ihr offenes Vorgehen in manch fundamentalistischen
Kreisen mit besonderem Hass verfolgt wird, ist Frau Cileli längst
bewusst.
13. 03. 2005
/ Welt am Sonntag /
Nr. 11
Deutschlands wahre Patrioten
Von Till- R. Stoldt
Muslimische Frauenrechtlerinnen
avancieren zu Medienstars. Sie lehren die Deutschen Stolz auf das Grundgesetz
und liberale Werte
Nach dem aufsehenerregenden Ehrenmord an der Berliner Türkin Hatun
Sürücü avancierte das Leiden muslimischer Frauen in Deutschland
zum Top-Thema.
Ein halbes Dutzend Frauenrechtlerinnen türkischer, kurdischer oder
albanischer Abstammung tingelt seither durch Talk-Shows, schreibt in
Zeitungen, veröffentlicht Bestsellerbücher über die Leiden
muslimischer Frauen und sitzt jeden Tag irgendwo in der Republik auf
einem Podium. Ihre Botschaft ist stets gleich: Zerstört die Tabus
politischer Korrektheit, wenn es um Zuwanderer geht. Schonungsloser
als sie hat noch niemand ausgesprochen, daß Frauen in Teilen der
muslimischen, meist türkischen Parallelgesellschaft erniedrigt
und ihrer Menschenrechte beraubt werden.
In ihren Rundumschlägen greifen sie aber auch "die naiven
deutschen Zuwanderungsfreunde" scharf an. Die Deutschtürkin
Serap Cileli beispielsweise wirft vielen Deutschen vor, sie ignorierten
"vor lauter Ausländerliebe manchmal, daß einige kulturelle
Eigenarten der Zuwanderer schlicht menschenverachtend" seien.
Um als weltoffen zu gelten, hätten viele alteingesessene Bürger
darauf verzichtet, die Verfassung und ihre Werte auch im Migrantenmilieu
durchzusetzen. Bisweilen hätten sie sogar lieber weggeguckt, wenn
das Gesicht der türkischen Nachbarin verbeult war. Solche Anblicke
hätten den Wunsch nach interkultureller Harmonie zu sehr gestört.
Wer Tabus pflückt wie überreife Früchte, dem werden üblicherweise
schnell Grenzen aufgezeigt. Den Frauenrechtlerinnen aber öffnet
öffentlicher Beifall den Weg. Der Grund dafür dürfte
in ihren Biographien liegen, die Glaubwürdigkeit verleihen. Denn
sie alle entstammen dem Milieu, das sie beschreiben. Und sie alle sind
Opfer der Mißstände, die sie nun öffentlich anprangern.
Frei wurden sie erst nach langen Kämpfen.
Ein Grund für die enorme Resonanz dieser Frauen dürfte auch
in ihrem schmeichelhaften Patriotismus bestehen. Denn sie alle bekennen
sich dazu, "leidenschaftliche und stolze Verfassungspatrioten"
zu sein. Ja, sie verlangen von alteingesessenen Deutschen sogar, wie
Necla Kelek, ein neues "Selbstwertgefühl" und "Selbstbewußtsein
ob ihrer Errungenschaften". Oder sie fordern wie Serap Cileli "endlich
eine patriotische Liebe zum Grundgesetz zu entwickeln. Die verfassungsmäßig
verbürgte Freiheit und Gleichheit der Frau ist nicht selbstverständlich.
Wir wissen das noch." Die Werte des Grundgesetzes stünden
auch nicht nur auf dem Papier. Deutschland habe zum Beispiel die höchste
Frauenhausdichte Europas.
Türkische Medien verunglimpften die binationalen Frauenrechtlerinnen
zuletzt als Lästerer wider die türkische Nationalehre. So
warf die Zeitung "Hürriyet" ihnen in der Deutschland-Ausgabe
vor, sie würden Türken auf Sklaven und Sklavenhalter reduzieren.
Dabei beteuern die angegriffenen Frauen stets, natürlich seien
viele türkische Männer wunderbar tolerant, und kein Mensch
kenne genaue Zahlen zu Zwangsehen und Ehrenmorden in Deutschland. Die
Angst vor Attentaten ist dennoch real. Denn Angriffe über die Medien
gingen auch dem Mord an dem holländischen Künstler Theo van
Gogh in Amsterdam voraus.
12. 03.2005
/ Westdeutsche Zeitung
Zwangsehen und „Ehrenmorde“
stellen die Integrationspolitik in Frage
Von Anja Clemens
„Mit 17, 18 oder 19 sind
junge Türkinnen verloren“
Serap Cileli…. Fordert Aufklärung schon bei den Jüngsten.
Bis vor kurzem wäre der Tod der 23- jährigen Türkin als
eines von vielen Beziehungsdramen in der Rubrik „Vermischtes“
der Zeitungen verschwunden.
„Unter unseren Augen werden Frauen innerhalb von Migrantenfamilien
unterdrückt, zwangsverheiratet und sogar ermordet“, sagt
Serap Cileli. Die Berliner Organisation Papatya, die zwangsverheirateten
oder Gewalt bedrohten Frauen Hilfe anbietet, hat von 1996 bis 2004 in
der Bundesrepublik von etwa 40 Ehrenmorden erfahren. „Bislang
gibt es aber so gut wie keine Statistiken, die das dokumentieren“,
fordert Cileli deshalb ein stärkeres Engagement der Bundesregierung.
Unter dem Deckmantel der Toleranz wurden die Probleme lange nicht wahrgenommen.
„Wer die Problematik doch einmal ansprach, wurde als ausländerfeindlich
stigmatisiert. Heute sind die Lehrkräfte mutiger“, betont
Cileli. „ Wir brauchen kulturspezifische Beratungsstellen. Das
Personal in kommunalen Einrichtungen, in den Ausländerbehörden
ist nicht ausreichend geschult“. Serap Cileli sieht sich von muslimischen
Organisationen wie auch der deutsch- türkischen Community dem Vorwurf
ausgesetzt, spalten zu wollen. „Selbst viele türkische Lehrkräfte
teilen meine Auffassung nicht, denn sie sehen in Zwangsehen kein tief
greifendes Problem“. Die 39-jährige will nicht leugnen, dass
es Migranten gibt, die sich integriert haben. „Ich erhebe meine
Stimme aber für die entrechteten türkischen Mädchen.
Und die sind in der Mehrzahl“.
Düsseldorf: Die türkische Tageszeitung „Hürriyet“
ist auf Serap Cileli und Necla Kelek nicht gut zu sprechen. „Zwei
Schriftstellerinnen machen uns alle zu Schlägern“ titelte
das Blatt dieser Tage und startete eine Kampagne, mit der das türkische
Männerbild wieder zurechtgerückt werden soll. Bislang waren
Zwangsehe und „Ehrenmorde“ Tabuthemen. Erst die beiden Türkinnen
haben mit ihren Büchern die Leiden junger Migrantinnen ins Bewusstsein
der Gesellschaft geholt.
10.3.2005
/ Odenwälder Echo
„Vergewaltigungen auf Lebensdauer“
Von Daniel Baczyk
Gesellschaft: Die Ehre der Männer:
Warum islamische Mädchen gegen ihren Willen verheiratet werden
– „Drohungen werden oft nicht ernst genommen“
ECHO:
Frau Cileli, minderjährige Mädchen werden von ihren Eltern
gegen ihren Willen mit Fremden verheiratet – sind solche Zwangsehen
eine Randerscheinung aus rückständigen Regionen der islamischen
Welt oder ein akutes Problem, das auch die westlichen Gesellschaften
angeht?
Serap
Cileli: Die arrangierte Ehe ist kein rein islamisches Phänomen
– sie kommt auch in armenischen, christlichen oder in Roma-Familien
vor. Zwangsverheiratungen gibt es weltweit, sie sind aber verstärkt
in islamischen Gesellschaften zu finden. Auch hier in Deutschland, mitten
unter uns, werden Töchter aus islamischen Familien zwangsverheiratet.
ECHO:
Gibt es Schätzungen, wie oft das vorkommt?
Cileli:
Wir wissen, dass Zwangsverheiratungen weit verbreitet sind,
aber wir haben keine genauen Zahlen. Es gibt nur ein paar Hinweise.
So hat der Berliner Senat 230 derartige Fälle im Jahr 2002 registriert.
Mädchen, die in bestimmten Kriseneinrichtungen Zuflucht finden,
sind zu ungefähr 40 Prozent von Zwangsverheiratungen betroffen.
ECHO:
Hat man es mit Volks- oder Stammestraditionen zu tun oder ist es eher
so, dass sich bestimmte Gruppen von Einwanderern auf diese Art bewusst
von der westlichen Gesellschaft abgrenzen wollen?
Cileli:
Beides. Zum einen sind das in der Tat archaische Traditionen, die hier
seit fast 50 Jahren aufrecht erhalten werden. Auf der anderen Seite
werden auch bewusst Ghettos und Parallelgesellschaften gebildet, um
sich von westlichen Werten und Traditionen abzuschotten.
ECHO:
Welchen Sinn hat eine solche Zwangsverheiratung von Töchtern?
Cileli:
In erster Linie geht es darum, dass junge Frauen als Jungfrauen
in die Ehe geführt werden sollen. Traditionell ist es für
Familien eine Frage der Ehre, die Töchter in weißen Kleidern
als Jungfrauen zu verheiraten. Zwangsverheiratungen werden praktiziert,
um die Töchter vor westlicher Freizügigkeit mit Gewalt fern
zu halten. Ehre ist ein Schlüsselbegriff in diesen Familien. Vollstrecker
sind die männlichen Familienmitglieder. Die Frauen sind die Ehrenträgerinnen,
die um dieses Begriffs willen beschützt und bevormundet werden.
ECHO:
Die Familienehre als Hebel zur Unterdrückung der Frauen?
Cileli:
Genau. Es dreht sich nicht um Leib und Leben der Frauen.
Die Ehre hat die höchste Priorität und muss kontrolliert,
beschirmt und, wenn nötig, auch mit Gewalt aufrechterhalten werden.
ECHO:
Sie selbst sind im Alter von 15 Jahren in der Türkei gegen Ihren
Willen verheiratet worden. Was bedeutet so eine Zwangsheirat für
eine junge Frau?
Cileli:
Zwangsverheiratungen sind Vergewaltigungen auf Lebensdauer. Die Menschenrechte
werden dabei in mehrfacher Hinsicht verletzt: durch die Zwangsheirat
selbst und dadurch, dass die Frau in einer solchen Ehe ständig
vergewaltigt wird.
ECHO:
In Darmstadt stehen drei Mitglieder einer jordanischen Familie vor Gericht,
die beschuldigt werden, die Tochter Khawla ermordet zu haben. Das Mädchen
sollte mit einem Unbekannten verheiratet werden. Mehrere Zeugen sagen
übereinstimmend aus, dass sich die Siebzehnjährige davor fürchtete
und aus diesem Grund aus dem Elternhaus floh. Sie vertraute sich dem
Jugendamt an, das sie unter Schutz stellte. Später ging Khawla
aber offenbar wieder zu ihren Eltern zurück. Solch ein Verhalten
ist schwer nachvollziehbar – wie kann man erklären, dass
sie zurückging, obwohl sie in ihrem Elternhaus nach eigenen Angaben
unterdrückt und immer wieder misshandelt wurde?
Cileli:
Die Töchter werden von klein auf gedrillt und abhängig von
der Familie gehalten – wie Marionetten. Man raubt ihnen gezielt
das Selbstvertrauen und die Würde. Daher haben die Mädchen
kein Selbstvertrauen – viele wissen auch gar nicht, an wen sie
sich wenden sollen. Ich beobachte das selbst, ich betreue ja auch Mädchen,
die betroffen sind: Viele, die vor der Familie geflüchtet sind,
möchten später wieder zurückkehren. Es dreht sich immer
wieder um dieses Sehnsuchtsgefühl, um diese Zerrissenheit zwischen
Freiheit und Familie. Das finde ich sehr gemein. Die Mädchen müssen
sich entscheiden, entweder – oder. Es gibt für sie keine
andere Möglichkeit. Entweder wählen sie die Freiheit und vergessen
die Familie oder sie kehren zurück und zahlen einen hohen Preis.
ECHO:
Wie oft münden derartige Familienkonflikte in so genannten Ehrenmorde?
Cileli:
Das sind Extremfälle. Manche Mädchen, die angeblich
die Ehre der Familie befleckt haben, werden zum Freitod gedrängt.
Manche Mädchen werden von der Familie verstoßen, manche auch
enterbt, manche werden im Extremfall im Namen der Ehre ermordet. Die
Fälle, die wir in jüngster Zeit durch die Medien mitbekommen
haben, sind nur die Spitze des Eisbergs.
ECHO:
Viele dieser Mädchen verschwinden offenbar auch in
ihren Heimatländern.
Cileli:
Genau, das ist ein weiterer Punkt. Da haben wir in Deutschland eine
Gesetzeslücke: So habe ich zwei Mädchen betreut, die zurzeit
in der Türkei sind und kein Rückreiserecht haben. Sie sind
minderjährig, können daher keinen eigenen Pass beantragen,
um wieder nach Deutschland einreisen zu dürfen. Diese Mädchen
haben sich einer Zwangsheirat widersetzt und wurden von der Familie
in die Türkei verfrachtet, damit sie eines Besseren belehrt werden.
Die Mädchen sind in Deutschland aufgewachsen, können kaum
die türkische Sprache.
ECHO:
Wie geht die deutsche Justiz mit diesen Fällen um?
Cileli:
Ich mache die Erfahrung, dass die Polizei oft Drohungen von Seiten der
Familie nicht ernst nimmt. In manchen Fällen können sie nicht
handeln, weil die Familie laut Gesetz erst etwas tun muss, damit wir
die Mädchen schützen können. Auch die Jugendämter
könnten mehr tun. Wenn ich ein bedrohtes Mädchen weit weg
von der Familie in einem anderen Bundesland unterbringen möchte,
übernimmt das Amt nicht die finanzielle Verantwortung. Es heißt
dann: Wir haben hier Einrichtungen, das Mädchen kann hier untergebracht
werden.
ECHO:
Werden die so genannten Ehrenmorde mit dem nötigen Nachdruck verfolgt?
Cileli:
Nicht immer. Wir bekommen auch mit, dass diese Ehrentäter von deutschen
Gerichten auf Grund kultureller Hintergründe Strafminderung bekommen.
Das darf in einem demokratischen Rechtsstaat nicht passieren.
10. 03. 2005
/ taz Köln
Dem Imam mal widersprechen
KÖLN taz: Von SUSANNE GANNOTT
Das Klischee von der Kopftuchträgerin
beherrscht den hiesigen Blick auf Musliminnen. Dabei sind deren Lebenswelten
vielfältig, wie eine Diskussion im WDR-Funkhaus zeigt
Mit ihrem Plädoyer für einen differenzierten Blick eröffnete
die in Köln geborene Deutsch-Iranerin Amirpur am Dienstag Abend
das WDR-Symposion "Die muslimische Frau in Medien und Gesellschaft"
im Funkhaus am Wallraffplatz. Ihre Darstellung der Muslime als mehrheitlich
liberal gesinnte Bürger, die samt ihrer Religion längst im
Westen angekommen sind, blieb allerdings nicht unwidersprochen. "Diesen
modernen Islam erlebe ich höchst selten", erklärte die
Buchautorin Serap Cileli in der anschließenden Gesprächsrunde.
Die in der Türkei geborene Mutter von drei Kindern kam mit acht
Jahren nach Deutschland, wurde jedoch mit 15 zwangsverheiratet und in
die Türkei zurückgeschickt. Nach neun Jahren floh sie 1991
von ihrer Familie nach Deutschland in ein Frauenhaus. Heute hilft Cileli
anderen muslimischen Frauen und Mädchen, die von Zwangsheirat bedroht
sind